Unser Jahresthema



Lied: Da berühren sich Himmel und Erde

Jahreslosung für 2012: 

Jesus Christus spricht: "Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig."

(2. Korinther 12,9)

Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.

Stolz ruft der kleine Junge: "Selber!" – Er signalisiert damit seinen Eltern: "Ich brauche eure Hilfe nicht mehr. Ich fühle mich groß und stark und bin bereit, die Welt zu erobern!"
"Am schlimmsten ist es für mich, dass ich zunehmend auf fremde Hilfe angewiesen bin", klagt die ältere Dame, deren Kräfte nachlassen und deren Radius, in dem sie sich bewegt und lebt, immer kleiner wird.

Wer ist schon gerne schwach?

Das heißt doch immer auch, abhängig von anderen zu sein. Wie schwer fällt es, sich eigene Schwächen einzugestehen – geschweige denn, sie vor anderen zuzugeben! 
Durch medienwirksame Militärparaden versuchen sich Machthaber Respekt zu verschaffen. 
Vor einem Boxkampf lassen die Akteure ihre Muskeln spielen, um sich gegenseitig einzuschüchtern. 
Am Arbeitsplatz ist es oberstes Gebot, verwundbare Stellen zu verbergen, sonst steht es schlecht um die Aufstiegschancen.
"Nur keine Schwäche zeigen, sonst bist du verloren", heißt es in Politik, Gesellschaft und Leistungssport. 
Bis hinein in unsere Familien und Schulen. Wer will in der Klasse, in Englisch oder Mathe oder anderen Fächern, wer will schon in Sport als Schwächling, als Versager hingestellt werden. Wer will schon in der Klasse der Schwache sein, mit dem man täglich seine Witzchen macht und dem man täglich klar macht, wer die Starken und wer die Schwachen in der Klasse sind! 
Nicht ohne Grund leiden immer mehr Menschen, auch schon in jungen Jahren, am Burnout-Syndrom, dem körperlichen und seelischen Ausgebranntsein. 

Werden demnach Christen in unserer Gesellschaft als Menschen wahrgenommen, die den Anforderungen des Lebens nicht gewachsen und auf Hilfe "von oben" angewiesen sind? So wird mehr und mehr an Kreuzen in öffentlichen Gebäuden Anstoß genommen. Das Kreuz als Hinweis auf Jesu Leiden und Sterben, damit ein Symbol des Scheiterns, wird als unzumutbar empfunden.



 

In einem ersten Bild, das ich euch zeige, geht es scheinbar drunter und drüber: Viele Symbole sind zu sehen. Sie stehen für Situationen im Leben, denen wir täglich ausgesetzt sind: eine Krone als Zeichen für die, die Macht über uns haben: Politiker, Eltern, Lehrkräfte. Rechts römische Zahlen, vielleicht für den Mathe-Unterricht, bei dem sich viele von uns schwach fühlen. Steine, die im Weg liegen. Vieles können wir in diesem Bild entdecken, was uns schwach machen kann. Aber all das ist Teil des Lebens! Wie gehen wir damit um? Wie können wir unsere Schwachheit eingestehen, Verbündete finden und daraus Stärke gewinnen, auch weil Gott zu uns hält, oder gehen wir in Schwachheit unter? Ich glaube, wir können immer unser Leben bewältigen, wenn wir unsere Schwachheit erkennen, nicht davor weglaufen, sie eingestehen und sie mit Hilfe anderer, auch mit Gottes Hilfe bewältigen.



 Ein weiteres Bild: Ameisen, eigentlich kleine und schwache Lebewesen, können ein Vielfaches ihres Körpergewichtes tragen. Sie überwinden ihre Schwachheit und trauen sich einfach! 

Das wünsche ich uns auch für das Jahr 2012: Lauft nicht weg vor euren Schwachheiten, steht zu euren Schwächen, sucht euch Verbündete, auch die Hilfe Gottes, überwindet Schwachheiten und lernt, dass ihr bei aller Schwachheit stark seid: Starke Persönlichkeiten, von Gott geliebt! Amen.