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Vortrag eines Geflüchteten vor SchülerInnen aller 9. Klassen

Einen Flüchtling sprechen zu lassen über seine Geschichte mit all Erfahrungen und Emotionen verbunden, war seit Beginn des Arbeitskreises Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage unser Wunschprojekt und letztlich unser Ziel.

Dazu hatten wir durch die Hilfe der AWO Mitarbeiterin Ilona den Flüchtling Sajad hinzugezogen, der selbst ursprünglich aus Afghanistan stammt, in Pakistan geboren wurde, doch seine Kindheit im Iran verbrachte. Als dort die Lebensbedingungen durch den Krieg und den Terror nicht mehr auszuhalten waren, versuchte er mit seinem Bruder (beide noch minderjährig) 2008 aus dem Iran in die Türkei zu fliehen. Großes Ziel: Norwegen. Dort hatten beide Bekannte, die sie aufnehmen würden. Dazu kam es jedoch nie, da Sajad und sein Bruder von der türkischen Armee, beim Versuch die Grenze zu überqueren, erwischt wurden und letztlich in das Gefängnis kamen. Als beide dieses verlassen durften, zog Sajad alleine weiter, da er das ihm vorgeschriebene Leben nicht einfach nur hinnehmen und ertragen konnte. Somit durchzog er viele Länder, wobei er mehrmals nach Griechenland zurückgeschickt wurde mit darauffolgenden längeren Gefängnisaufenthalten, bis er es schließlich nach München schaffte. Dort wurde er jedoch von der Polizei aufgehalten und musste letztlich in Deutschland bleiben.

Nun lebt er in Nürnberg in seiner eigenen Wohnung und arbeitet in der Metallindustrie. Sein Bruder wohnt nun in Stuttgart, seine restliche Familie jedoch ist immer noch im Iran.

Am Freitag, dem 1. Dezember 2017, kam Sajad schließlich an unsere Schule und erzählte den 9. Klassen aller Jahrgangsstufen seine Lebensgeschichte.

Die sog. „Flüchtlingskrise“ betrifft uns alle und wurde ausführlichst in verschiedensten Medien thematisiert. Deswegen war es unser Ziel, die Schüler für dieses Thema zu sensibilisieren, indem wir anfangs auf bekannte Klischees bezüglich Flüchtlingen eingingen und daraufhin seine authentische Geschichte folgen sollte.

Die Schüler waren tief berührt und die Stimmung war sehr emotional geladen. Zu hören und zu erfahren, was einem Menschen auf dem Weg nach Europa widerfahren kann, nicht nur durch den Filter der Medien, sondern persönlich den Betroffenen kennenzulernen, schien für viele einen großen Unterschied, die Flüchtlingssituation betrachtend, auszumachen und war für die meisten unvorstellbar.

Eine Message blieb letztlich die wichtigste aus Sajad’s Vortrag: Flüchtlinge sind auch Menschen und haben genauso das Recht auf ein gutes Leben - wie wir alle.

Serena Bischoff (Q12) für den AK SOR/SMC

Zeitzeugenvortrag mit Rudi Ceslanski

Am 27.11.2017 kamen die neunten Klassen aller Schularten zusammen um einen Vortrag eines Zeitzeugen über den Holocaust zu hören. Pfr. Meinhard hatte im Rahmen von „Schule ohne Rassismus/Schule mit Courage“ (SOR/SMC)  Herrn Ceslanski zu uns an die Schule eingeladen, um von der Geschichte seiner Eltern die, wie Millionen anderer Juden den Nationalsozialisten zum Opfer fielen, zu erzählen. Er selbst hatte den Krieg hauptsächlich in seinen  Nachwirkungen erlebt, da er schon mit  sechs Jahren nach Nord-England kam, wo er der englischen Sprache mächtig wurde, wovon er bei seiner 43 jährigen Laufbahn bei MAN profitierte. Während des Vortrags war Herr Schramm als stellvertretender Gesamtschulleiter die ganze Zeit mit auf der Bühne, von wo aus er wahrnahm, dass der Vortrag uns allem zum Nachdenken brachte. Das zeigte sich auch bei der anschließenden Fragerunde. Wir stellten Herrn Ceslanski alle Fragen, die uns während des Vortages gekommen waren. Er beendete den Vortrag, in dem er hin und wieder  englische Sätze einfließen ließ, mit den Worten: „Das hier ist eine ganz besondere Schule. Ich bin so dankbar, ich bin euch dankbar."

Florian Wittenberg (Q11) – SOR/SMC

Markus Nierth als Zeitzeuge der jüngsten Vergangenheit im Vortag an der WLS.

Markus Nierth vor SchülerInnen aller 10. Klassen.
Der Preisträger u.a. von "Das unerschrockene Wort" erzählt sehr persönlich aus seinem Leben.

Schule ohne Rassismus konnte - unter Vermittlung von Pfr. Meinhard - Herrn Markus Nierth als Vortragenden gewinnen. Herr Nierth, u.a. Preisträger von "Das unerschrockene Wort" oder des "Karl-Steinbauer-Zeichen" sprach vor allen 10. Klassen unserer Schule über seine Erlebnisse als Christ und Bürgermeister von Tröglitz, als er wegen des Zuzuges von Flüchtlingen in den kleinen ostdeutschen Ort persönlich angegangen wurde und er und seine Familie Morddrohungen erhielt.

Er plädierte sehr eindrücklich für den Einsatz für Gemeinschaft und Demokratie und vermittelte uns einen Blick in eine Gesellschaft, welche nicht so weit weg von uns ist. Eine Gesellschaft, in der das Christentum nur noch ein untergeordnete Rolle spielt, dafür aber sog. rechtes Gedankengut wieder salonfähig geworden ist.

Schule ohne Rassismus arbeitet daran, dass wir als Gesellschaft nicht wegsehen, wenn Einzelne oder ganze Gruppe diskrimiert werden.

Vielen Dank für den engagierten Vortrag.

 

 

Filmvorführung "Die Arier" mit Regisseurin Jo Asamung

Ein Filmausschnitt über den KKK.
Johanna Klenk (Mitglied bei SOR/SMC) aus der FOS12 bedankt sich bei Mo Asumang.

Am 16. Oktober 2017 besuchte die afrodeutsche Regisseurin Mo Asumang auf Einladung von Pfr. Meinhard die Wilhelm-Löhe-Schule. In ihrem Dokumentarfilm “die Arier” stellt sie sich die Frage, woher der Begriff kommt und was genau einen Arier definiert.

Sie selbst ist Protagonistin ihres Films, die ihre Suche nach Antworten filmisch begleitet. So begibt sie sich zu selbsternannten "Ariern", auf Demonstrationen von Rechtsradikalen, reist zur Volksgruppe der Arier in den Iran, trifft sich in den USA mit weltweit berüchtigten Rassisten und begegnet dem Ku Klux Klan. Asumang hat sich filmisch so konkret an das Thema herangewagt, wie kaum einer zuvor. Mit persönlichen Gesprächen lässt sie sich das Weltbild von Mitgliedern unterschiedlicher neonazistischer Gruppen beschreiben. Schon allein durch ihre Hautfarbe steht Asumang als Feind dieser Gruppen da und konfrontiert sie mit ihrem selbstbewussten Auftreten und dem Drang, Begründungen derer Vorurteile herauszufinden.

Der Film und Frau Asumangs Mut hat uns Schüler und vor allem die Arbeitsgruppe “Schule ohne Rassismus” sehr beeindruckt. Nach dem Film konnten die Schüler noch Fragen stellen, die Mo Asumang dann persönlich beantwortete.

Kathrin Betz (Q12) für die Schülergruppe SOR/SMC

Schule ohne Rassismus - Projekttage mit unserer Grundschule

Eine bunte Vielfalt prägt die Welt.
Wir nehmen wahr: Jede Familie ist anders.
Die GrundschülerInnen gehen von Station zu Station.
Viele zusätzliche Hände hat das SOR-Team für die zwei Projekttage bekommen!
 
 

Am 20.+21.07.2017 fanden zwei Projekttage von SOR/SMC für unsere Grundschule statt. "Was ist eigentlich Rassismus? - Wie können wir miteinander umgehen?" Ein großes Team (v.a. aus den 10. Kl. des GY) hat sich unter der Anleitung von Alexandra Schweintzer und Johanna Klamt, die zur Schülergruppe von SOR gehören aufgemacht, um an acht Stationen mit den GrundschülerInnen der WLS zu bedenken, wo wir überall Formen von Rassismus begegnen und was wir dagegen tun können. So konnte an einer Station unter fachkundiger Anleitung von Fr. Wild in kleinen Theaterstücken geprobt werden, wie sich eigentlich Mobbing anfühlt und was man machen sollte, wenn man dies bei Mitschülern erlebt. Eine andere Station auf unserem Sportplatz übte praktisch ein, wie es eigentlich ist, wenn man als Team etwas zusammen errreichen will. Auch T-shirts konnten bemalt werden - hier mit der bunten Vielfalt, die die Welt nunmal zu bieten hat. Eine weitere Station besprach das Thema Familie: Wie unterschiedlich leben wir doch alle und trotzdem ist alles Familie.

Pfr. Meinhard, der das SOR-Team an unserer Schule betreut, war sehr beeindruckt von der Leistung und dem Engagement der SOR-SchülerInnen an unserer Schule und bedankte sich im Namen der Gesamtschulleitung sehr herzlich. Es bleibt zu überlegen, ob wir ein solches "Wahrnehmen der Verschiedenheit" und "Einüben von Gemeinschaft" nicht dauerhaft in unser Programm aufnehmen sollten.

Die Löhe-Schule setzt ein Zeichen gegen Intoleranz, Ausgrenzung und Rassismus

 

Projekttage am Montag, dem 25. Juli, und Dienstag, dem 26. Juli 2016

In diesem Schuljahr standen unsere Projekttage nach dem Willen der Schüler ganz unter dem Zeichen „ Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage.“
Dieser Titel wurde uns am Mittag des zweiten Projekttages in einem feierlichen Akt verliehen.
Der Regionalkoordinator des Netzwerks SOR, die Patin Frau Anne Chebu und natürlich die Schülerinnen und Schüler selbst kamen zu Wort. Alle Schüler beteiligten sich an dem Projekt in ihren Klassen jeweils mit einem eigenen großen, nach außen hin sichtbaren Banner. So entstand eine Einkleidung der Balustrade des 1. Stocks zum Innenhof mit großflächigen Folienbannern, gestaltet im Rahmen des gemeinsamen Mottos „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage.

Am Sommerfest, am Mittwoch dem 27. Juli, wird es dann die Möglichkeit geben, ein so gestaltetes und damit immer individuelles Banner (aus LKW-Plane im Format 1,25 x 2,50 m)  meistbietend zu erwerben.

Peter Maffay: Pate des Projekts "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" an der Wilhelm-Löhe-Schule in Nürnberg

Ich unterstütze „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“,

weil es mich beeindruckt, wenn Kinder und Jugendliche Verantwortung übernehmen. Das Bekenntnis, eine Schule ohne Rassismus zu sein und zu bleiben, erfordert eine Menge Mut und Engagement. Zusammengehörigkeit zu erleben ist gerade für Jugendliche häufig eine wichtige Ressource für ein starkes Selbstbewusstsein, demgegenüber stehen mitunter aber auch Ausgrenzung und Diskriminierung auf dem Pausenhof. Die Schüler der „Schule ohne Rassismus“ fangen mit ihrer Selbstverpflichtung vor der eigenen Haustüre an. Diese Ehrlichkeit imponiert mir.

Peter Maffay

Anne Chebu, Patin des Projekts "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" an der Wilhelm-Löhe-Schule in Nürnberg, Journalistin, Moderatorin, Autorin, ehemalige Löhe-Schülerin:

 "Die Löhe-Schule ist eine besondere Schule, mit einem starken Gemeinschaftsgefühl. Die Schüler*innen bekommen vieles für ihre späteren Wege mit: Liebe, Mut und einen Blick für das Miteinander. Ich habe dieser Schule viel zu verdanken und freue mich, dass ich ihr als Patin etwas zurückgeben kann. Eine aufmerksame und sensible Sichtweise auf die Themen Rassismus und Diskriminierung ist wichtig, um unsere Gesellschaft zu stärken und um komplexe Zusammenhänge zu verstehen. Diese Blick-Schärfung muss auch Teil dessen sein, was Kinder, Jugendliche und Lehrer*innen aus ihrem Schulalltag mit nach Hause nehmen."

Anne Chebu

„Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“

„Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ist „ein Projekt von und für SchülerInnen. Es bietet Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, das Klima an ihrer Schule aktiv mitzugestalten, indem sie sich bewusst gegen jede Form von Diskriminierung, Mobbing und Gewalt wenden. [Es ist] das größte Schulnetzwerk in Deutschland. Ihm gehören über 2.000 Schulen an, die von rund einer Million SchülerInnen besucht werden (Stand: März 2016)“ (Quelle: http://www.schule-ohne-rassismus.org/wer-wir-sind/10-fragen-10-antworten/ Abfrage vom 04.04.2016)

Auch unsere Schule hat sich entschlossen, mit dabei zu sein und Ende des Schuljahres 15/16, bzw. Anfang 16/17 mit der Aktion begonnen. Folgende Selbstverpflichtung musste dafür eingangen werden:

 „Wer sich zu den Zielen einer "Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage" bekennt, unterschreibt folgende Selbstverpflichtung:

  1. Ich werde mich dafür einsetzen, dass es zu einer zentralen Aufgabe meiner Schule wird, nachhaltige und langfristige Projekte, Aktivitäten und Initiativen zu entwickeln, um Diskriminierungen, insbesondere Rassismus, zu überwinden.
  2. Wenn an meiner Schule Gewalt, diskriminierende Äußerungen oder Handlungen ausgeübt werden, wende ich mich dagegen und setze mich dafür ein, dass wir in einer offenen Auseinandersetzung mit diesem Problem gemeinsam Wege finden, uns zukünftig zu achten.
  3. Ich setze mich dafür ein, dass an meiner Schule ein Mal pro Jahr ein Projekt zum Thema Diskriminierungen durchgeführt wird, um langfristig gegen jegliche Form von Diskriminierung, insbesondere Rassismus, vorzugehen.

Eine Schule bekommt den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, wenn mindestens 70 Prozent aller Menschen an einer Schule diese Selbstverpflichtung unterschrieben haben.“  

(Quelle: http://www.schule-ohne-rassismus.org/courage-schulen/selbstverpflichtung/ Abfrage vom 04.04.2016)

Die ersten Schritt sind nun getan: Die Unterschrifensammlung, sowie die Suche nach einem Paten verliefen erfolgreich. Die Titelverleihung steht vor der Tür. In den laufenden Schuljahren sollen immer wieder Projekte unter diesem Thema stattfinden, damit auch wir nicht vergessen: Der aktive Einsatz gegen Diskriminierung, Mobbing und Gewalt ist und bleibt die Aufgabe eines jeden von uns!

Ansprechpartner an unserer Schule sind: Johanna Klamt (9. Kl. Gym.) und Pfr. Meinhard (Schultheologe).